Melzer: "Chancen gegen Cilic stehen 50:50"

Melbourne - Wie schon im Vorjahr steht Jürgen Melzer nach seinem Auftaktsieg über Jiri Vanek auch heuer wieder in der zweiten Runde der Australian Open.

Um sein vor Melbourne gestecktes Ziel zu erreichen, fehlen dem 26-jährigen Deutsch-Wagramer noch zwei Siege.

Melzer will ins Achtelfinale

Melzer will erstmals in seiner Karriere in der zweiten Woche eines Grand-Slam-Turniers im Einzelbewerb noch mit dabei sein.

Dies ist gleichbedeutend mit einem Einzug ins Achtelfinale.

Im Sport1-Interview spricht Melzer kurz nach seinem Match gegen Vanek über seine Leistung, den nächsten Gegner, den neuen Belag und er erklärt, warum er diesmal nicht im Mixed-Bewerb mit dabei ist.

Sport1: Herzliche Gratulation zu deinem Auftaktsieg bei den Australian Open. Wie war deine Partie gegen Jiri Vanek?

Jürgen Melzer: Danke. Es war ganz in Ordnung. Zum Glück lief es genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich habe sehr gut serviert und auch von der Grundlinie gut gespielt. Immer, wenn der Ball länger im Spiel war, habe ich die Ballwechsel dominieren können. Das habe ich vom ersten Punkt weg bis zum Ende durchgezogen.

Sport1: In der nächsten Runde wartet der Kroate Marin Cilic. Kennst du ihn?

Melzer: Ja, ich habe schon öfters mit ihm trainiert. Er ist ein klassischer Kroate mit einem Riesenaufschlag. Das wird sicher ein schwieriges Match. Ich muss schauen, dass ich soviel wie möglich zurückspielen kann, um in einen ordentlichen Ballwechsel zu kommen.

Sport1: Wie schätzt du deine Sieg-Chancen ein?

Melzer: Cilic hat bislang eine sehr gute Saison gespielt. In Chennai stand er im Halbfinale und in Auckland verlor er ganz knapp gegen Kohlschreiber, der schließlich das Turnier gewann. Ich würde die Chancen auf 50:50 beziffern.

Sport1: Bei den Australian Open wird heuer erstmals nach 20 Jahren nicht mehr auf dem "Rebound Ace"-Bodenbelag gespielt sondern auf "Plexicushion". Wie kommst du damit bislang zurecht?

Melzer: Mir taugt der neue Belag total. Der Ballaufsprung ist relativ hoch, aber es ist auch nicht extrem langsam. Faire Bedingungen für jeden Spieler-Typ sollten also garantiert sein. Ich bin aber auch mit dem alten Belag ganz gut zurechtgekommen.

Sport1: Im Doppel spielst du mit Alex Peya in der Nacht auf Mittwoch gegen Jaroslav Levinsky/Michal Mertinak (CZE/SVK). Wie schätzt du eure Chancen ein?

Melzer: Das wird wohl eine ausgeglichene Partie werden. Gegen Levinsky habe ich erst letzte Woche in Auckland mit Xavier Malisse im Halbfinale gewonnen. Auch in Wien bin ich im Doppel auf ihn getroffen. Unbekannt sind uns die Gegner also sicher nicht.

Sport1: Im Gegensatz zu den letzten Jahren bist du heuer nicht im Mixed-Bewerb am Start - warum?

Melzer: Mit meinem derzeitigen Ranking ist es schwer reinzukommen. Ich hab mich ehrlich gesagt, aber auch nicht groß darum gekümmert. Nennschluss ist allerdings erst am Mittwoch.

Sport1: Tamira Paszek wäre ja durch die Mixed-Absage von Julian Knowle wieder frei.

Melzer: Ja, ich würde sicher auch gerne mit ihr spielen. Mit unserem Ranking geht sich das aber in Melbourne leider nicht aus, da es zu hoch ist.

Sport1: Was sagst du zu Tamiras Leistung gegen Jelena Jankovic?

Melzer: Ich hab's leider nicht gesehen, aber ich habe natürlich mitbekommen, dass es ein ganz tolles Match gewesen sein soll. Es ist halt schade für sie, dass es sich nicht mit einem Sieg ausgegangen ist.

Das Gespräch führte Christian Frühwald

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