Jürgen Melzer eliminiert Ivan Ljubicic

Wimbledon - Toller Erfolg für Jürgen Melzer!

Der ÖTV-Daviscupper eliminierte am Dienstag in der ersten Runde von Wimbledon keinen Geringeren als Ivan Ljubicic.

Der 27 Jahre alte Deutsch-Wagramer rang den an 26 gesetzten Kroaten nach drei Stunden und 13 Minuten mit 6:4, 7:6, 4:6, 2:6 und 6:3 nieder. Dabei schoss Ljubicic beeindruckende 33 Asse!

In der nächsten Runde trifft Melzer auf den US-Amerikaner Jesse Levine. Der Weltranglisten-137. bezwingt Landsmann Donald Young 4.6, 6:2, 6:3, 6:4.

Aufschlaglastige Partie

Wie erwartet verläuft das Match zwischen Melzer und Ljubicic sehr aufschlaglastig.

Im ersten Satz genügt Melzer ein Break, im zweiten Durchgang halten beide Spieler ihre Service-Games ehe Melzer im Tiebreak mit 9:7 knapp das bessere Ende für sich hat.

Beeindruckend: Melzer unterlaufen in diesem fünfzig Minuten dauernden Satz, wie Ljubicic, gerade einmal drei unerzwungene Fehler - ein absoluter Topwert!

Melzer gestand danach im Gespräch mit LAOLA1 allerdings auch, dass diese Zahl vor allem am Spielverlauf lag. "Durch die starken Aufschlägen kommt man ja selten ins Spiel. Das sind fast alles direkte Punkte, bei denen man dann kaum unerzwungene Fehler hat."

Ljubicic startet Aufholjagd

Im dritten Satz kam etwas Sand ins Getriebe des Niederösterreichers. Nur 55 Prozent seiner ersten Aufschläge fanden ihr Ziel, Ljubicic erarbeitete sich gleich acht Breakchancen, von denen er schließlich eine verwerten konnte.

Melzer fand keine Chance auf ein mögliches Rebreak vor. "Ab Mitte des zweiten Satzes hat Ljubicic seinen Aufschlagrythmus gefunden. Da bin ich dann Game für Game nur mehr von links nach rechts gegangen."

"Das war ziemlich schlimm und hat mich natürlich bei meinen Aufschlägen extrem unter Druck gesetzt. Das bist du mental voll gefordert."

Etwas offener verlief der vierte Satz: Zwar hatte Ljubicic auch hier klare Vorteile beim ersten Aufschlag (75 Prozent vs. 57 Prozent), Melzer holte sich aber trotzdem vier Breakchancen von denen er keine einzige nützen konnte.

"Einmal hatte ich ein 0:40 bei seinem Aufschlag. Da hat er dann ein Ass und einen Aufschlag-Winner serviert. Die dritte Chance hätte ich nutzen können", blickt Melzer zurück.

Spannung im fünften Satz

Ljubicic erwies sich als kaltblütiger. Seine beiden einzigen Breakchancen  verwertete er auch und entschied den Satz klar mit 6:2 für sich.

Spannend verlief der entscheidende fünfte Durchgang. Melzer brachte nach einem minutenlangen Kampf erst mit viel Mühe seinen Aufschlag zum 2:1 durch und überraschte Ljubicic mit einem Break zum 3:1.

"Die wenigen Chancen muss man nützen"

Diesen Vorsprung gab der ÖTV-Daviscupper bis zum Ende nicht mehr aus der Hand. Dabei ließ ihn im Finish sein zu Beginn starker erster Aufschlag etwas im Stich: Nur 19 von 40 fanden ihr Ziel.

"Man kriegt nicht viele Chancen gegen einen Ljubicic. Die wenigen, die man bekommt, muss man nützen. Umso schöner ist jetzt natürlich der Sieg", freute sich Melzer.

Melzer führt im Head-to-Head 2:0

Im Head-to-Head erhöht Melzer nun auf 2:0. Schon das bislang einzige Aufeinandertreffen fand in der ersten Runde von Wimbledon statt: 2005 siegte Melzer glatt in drei Sätzen.

Gegen Zweitrunden-Gegner Jesse Levine hat Melzer noch nie gespielt. Der 20-jährige US-Amerikaner tummelt sich vornehmlich auf der Challenger-Ebene. Sein Sieg in Wimbledon war erst sein fünfter überhaupt auf der ATP-Tour.

"Jesse Levine ist natürlich machbar. Er ist aber ein unangenehmer Spieler. Er ist Linkshänder, serviert sehr gut und ist auch schnell auf den Beinen. Das macht ihn zu einem ausgezeichneten Konterspieler", so Melzer, der aber noch mehr Informationen über Levine einholen will.

Turnierraster lässt einiges erhoffen

In der dritten Runde bekäme es Melzer entweder mit Benjamin Becker oder Arnaud Clement zu tun.

Der Deutsche Becker sorgte mit einem 6:4, 6.4, 6:4-Erfolg über den Weltranglisten-Vierten Nikolaj Dawidenko für die Sensation des Tages.

An mögliche Drittrundengegner will Melzer aber noch nicht denken. "Ich denke von Spiel an Spiel."

Christian Frühwald - Copyright www.laola1.at

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