Melzer steht erstmals im Finale von Kitzbühel

Kitzbühel - Jürgen Melzer steht erstmals im Finale von Kitzbühel!

Der 27-jährige Niederösterreicher bezwang am Samstag im Halbfinale der 63. Austrian Open den italienischen Vorjahres-Finalisten Potito Starace 6:4, 6:7 (6) und 6:3.

1. Finale seit Februar 2007

Melzer steht damit erstmals seit Februar 2007 in einem ATP-Endspiel. Damals unterlag er in Las Vegas dem Australier Lleyton Hewitt.

Seinen bislang einzigen Turniersieg feierte Melzer im Jahr 2006 in Bukarest.

Nur mehr der Argentinier Juan Martin Del Potro trennt den Niederösterreicher von seinem zweiten Titel. Der 19 Jahre alte Gaucho schlug den Rumänen Victor Hanescu 6:3 und 7:6 (5).

Großer Sprung in der Weltrangliste

In der Weltrangliste wird die aktuelle Nummer 66 einen großen Sprung nach vorne machen.

Ab Montag wird Melzer zumindest an den Top 50 kratzen, bei einem Finalsieg könnte er sich sogar unter die besten 45 Spieler schieben.

Aggressiver Melzer

Melzer überzeugte gegen Starace vor allem mit seiner Aggressivität. Der ÖTV-Daviscupper ließ dem Italiener nie sein geliebtes Spiel von der Grundlinie aufziehen, sondern attackierte bei jeder sich bietenden Möglichkeit.

"Hier in Kitzbühel tu ich mir schwer, die Bälle im Spiel zu halten", erklärte Melzer seine Taktik. "Deshalb versuche ich die Bälle früh zu nehmen und Serve-and-Volley zu spielen. Ich habe mittlerweile einfach akzeptiert, dass ich hier den Ball nicht 50 Mal reinspielen kann."

Starace kämpft sich zurück

Dabei hätte Melzer das Match schon nach zwei Sätzen beenden können, servierte er im zweiten Satz bei 5:4 doch schon auf den Finaleinzug. Starace nahm dann aber volles Risiko und dieses ging dem Italiener auch auf.

Nach einer knappen Entscheidung im Tiebreak startete Starace sogar mit einem Break im dritten Satz zum 1:0.

"Nach dem Verlust des zweiten Satzes war es mit Break zurück schon sehr schwierig für mich. Starace ist toll zurückgekommen. Zum Glück habe ich dem Match aber noch einmal eine Wende geben können."

"Es schaut nach einer späten Liebe aus"

Für Melzer ist der Finaleinzug in Kitzbühel eine späte Genugtuung, konnte er sich doch zu Beginn seiner Karriere nur sehr langsam mit der Tiroler Höhenlage anfreunden.

Erst im fünften Anlauf feierte Melzer im Jahr 2005 seinen ersten Sieg. Als bestes Resultat scheint ein Viertelfinale von 2006 auf.

"Es schaut nach einer späten Liebe aus", grinst Melzer. "Das Finale ist für mich ein schöner Abschluss bei diesem Turnier."

Finalgegner steht noch nicht fest

Mit seinem Endspielgegner am Sonntag hat Melzer nur wenig Freude. "Mir wäre Hanescu lieber", meinte Melzer noch vor dem zweiten Halbfinale.

"Gegen del Potro habe ich zwei Mal gespielt und zwei Mal verloren. Aber es wird sowieso ein anderes Spiel bei anderen Bedignungen. Ich werde sicher alles geben um auch den Titel zu holen."

Dann wärde er sich als zweiter Österreicher nach Thomas Muster im Jahr 1993 in die Siegerliste des Traditionsturniers eintragen.

Christian Frühwald - Copyright www.laola1.at