Melzer im Viertelfinale gegen Nadal chancenlos

Peking - Kurz vor dem ganz großen Erfolg haben sich österreichs Hoffnungen auf eine Tennis-Medaille bei Olympia doch nicht erfüllt.

Nach Sybille Bammer schied am Donnerstag auch Jürgen Melzer in Peking im Viertelfinale aus.

Während Bammer ohne ihre Magenprobleme beim 3:6,6:3,3:6 gegen die Russin Wera Swonarewa wohl eine echte Chance auf ein Medaillen-Match gehabt hätte, wurde Melzer vom künftigen Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal in nur 63 Minuten mit 6:0,6:4 vom Centercourt geschossen.

Melzer nicht wiederzuerkennen

Der Niederösterreicher war nach drei Siegen gegen starke Gegner auf den deutlich langsameren Außencourts bei seinem ersten Auftritt auf dem 8.000 Zuschauer fassenden Hauptspielplatz nicht wiederzuerkennen.

Das lag aber in erster Linie an seinem enorm starken Gegner, der beim ersten Aufeinandertreffen der beiden alle "positiven Vorurteile" des Österreichers bestätigte.

Mit seinen peitschenden Spinschlägen ließ der Muskelprotz aus Mallorca dem Niederösterreicher keine Chance. Melzers Trost waren 100 Punkte für die Weltrangliste, Bammer nahm 90 mit.

Melzer übt Kritik

"Das waren zwei verschiedene Turniere, der Centercourt ist zehnmal so schnell wie die Außenplätze", bekrittelte Melzer zudem, wollte das aber nicht als Ausrede geltenlassen.

"Er ist der bessere Tennisspieler. Ich hoffe, ich kann irgendwann auch bei gleichen Bedingungen gegen ihn spielen", sagte der Niederösterreicher, der dennoch positiv bilanzierte.

"Ich habe ein tolles Olympia-Turnier gespielt und drei starke Leute geschlagen. Gegen den Weltranglistenersten kann man schon verlieren."

Auch Roger Feder beschwerte sich

Dass man am Donnerstag in Peking bis in die Morgenstunden Tennis spielen musste, bestätigte Melzer nur in seiner Meinung, die sich mit der am Vortag geäußerten Kritik von Roger Federer deckte.

"Es ist eine Frechheit, wie das Ganze aufgezogen ist. Ich bin vor drei Uhr ins Bett und habe von Olympia nichts mitbekommen."

Dass die Profitouren für Olympia nur eine Woche im Kalender hergeben, ist Melzer freilich bewusst. "Aber Olympia ist nur alle vier Jahre. Da muss es möglich sein, auch zwei Wochen zu spielen. So ist es jedenfalls eine Farce."

Der Stress wird freilich nicht weniger. Melzer hat nun 12 Stunden Zeitunterschied zu verkraften, weil er sich kommende Woche in New Haven für die US Open einspielt.

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