Teil 276: "Pervers, wenn Nr. 61 der Welt nicht DC spielt"

In New Haven läuft bisher alles nach Plan. Ich habe mich bei Victor Hanescu für die Niederlage in Montreal vor zwei Wochen revanchiert und gutes Tennis gespielt. Ich bekomme den Ball immer besser auf den Schläger und bin mit der Entwicklung auf Hartplatz zufrieden.

Von der Schwarzmalerei, dass die Amerika-Tour nach den Niederlagen in Montreal und Cincinnati bisher unter keinem guten Stern stehen würde, halte ich wenig. Die erste Partie auf Hartplatz ist immer schwierig und gegen Julien Benneteau steckte mir noch das anstrengende Match vom Vortag gegen Feliciano Lopez in den Knochen. Drei Stunden bei 35 Grad Hitze am Platz zu stehen, hinterlässt seine Spuren.

Im Doppel mit Julian läuft es auch gut. Wir haben jetzt zwei Spiele hintereinander gewonnen und stehen im Halbfinale. Gegen Christopher Kas und Philipp Petzschner haben wir es leider unnötig spannend gemacht, aber der der Sieg war sehr wichtig. In letzter Zeit konnten wir nicht viel zusammen spielen, weil Julian in Europa geblieben ist, deshalb brauchen wir die Matchpraxis.

Ich will vor den US Open im Einzel und Doppel noch möglichst viele Spiele absolvieren und Selbstvertrauen tanken. Ziel ist es natürlich, in der zweiten Woche noch dabei zu sein, allerdings bin ich nicht gesetzt und muss auf die Glücksfee hoffen.

Mirna ist schon seit Montreal mit auf Tour und drückt die Daumen.

Eines noch. Eigentlich wollte ich mich zur Causa "Daniel Köllerer und das Daviscup-Team" nicht äußern, aber es gibt ja wilde Verschwörungstheorien.

Ich kann natürlich verstehen, dass für den einen oder anderen die Nicht-Nomminierung unverständlich ist. Im Grunde ist es ja eigentlich pervers, dass die Nummer 61 der Welt nicht im Daviscup spielt, aber man kann sich denken, dass einiges vorgefallen sein muss, dass es zu dieser Situation kommt. Wir haben uns in Wimbledon zusammengesetzt und alle Weichen gestellt, dass Daniel mitspielen kann. Das haben wir ja nicht zum Spaß gemach.

Es hat klare Richtlinien gegeben, die sind nicht eingehalten worden sind. Mit der Kapitäns-Entscheidung haben wir Spieler relativ wenig bis gar nichts zu tun gehabt.

"Keep your fingers crossed"

Euer Jürgen

Quelle: LAOLA1.AT