Teil 280: "Wir müssen 3 Tage lang den Mund halten!"

Wir sind am Sonntag gut in Rancagua, Chile, angekommen. Eines muss man schon sagen: Es ist ein bisschen abenteuerlich hier. Sehr einladend ist es nämlich nicht gerade, aus dem Hotelzimmer zu gehen.

Rund um unser Hotel sind eigentlich fast nur Slums zu finden. Der Eingang wird von Polizisten mit Pistolen bewacht.

Die Dächer der meisten Häuser haben fast alle Löcher und schauen nicht sehr vertrauenserweckend aus. Auf der Straße kann auch einmal ein herrenloses Pferd herumtraben.

Ich bin erst zum zweiten Mal in meinem Leben in Südamerika. Mit 18 Jahren war ich einmal bei einem Jugendturnier, seitdem hat es mich nie wieder hierher verschlagen. Die traditionellen Sandplatz-Events in dieser Gegend lasse ich ja immer aus.

Imposant ist dafür die Rodeo-Arena, in der wir ab Freitag um den Klassenerhalt in der Davis-Cup-Weltgruppe kämpfen. Die Zuschauer sind besonders an der Stirnseite sehr nah dran. Wenn das voll wird, wird's sicherlich extrem laut.

Für uns Spieler heißt es da vor allem: Mund halten! Wenn du das Publikum aufheizt, ist das sicher nicht lustig als Gastspieler.

Ein Problem sind auch die niedrigen Temperaturen. Am Abend hat es nur so um die acht Grad Celsius. Da wir an allen drei Tagen relativ spät spielen, kann das schon recht frisch werden.

Wir sind aber ready, jeder von uns weiß, was auf uns zukommt. Am Freitag spiele ich gegen Nicolas Massu und am Sonntag gegen Paul Capdeville. Ich rechne mir gegen beide gute Chancen aus.

Am Freitag kann ich mich hoffentlich mit einem Sieg wieder aus Rancagua bei euch melden!

"Keep your fingers crossed"

Euer Jürgen

Quelle: LAOLA1.at