Teil 296: "Serra ist sicherlich kein Wunschlos"

In der ersten Runde der Australian Open spiele ich gegen Florent Serra. Naja, der Franzose ist sicher kein Wunschlos.


Letztes Jahr habe ich in Brisbane das bislang einzige Duell gegen ihn verloren. Er kontert gut und spielt mit Vorliebe mit dem Tempo des Gegners. Das liegt mir normalerweise nicht so. Andererseits habe ich im letzten Jahr genügend solcher Leute geschlagen.


Mit den zwei Siegen in dieser Woche in Auckland konnte ich zudem etwas Matchpraxis sammeln und Selbstvertrauen tanken. Besonders der Erfolg über Sebastien Grosjean im Achtelfinale gibt Auftrieb.


Grosjean ist zwar noch nicht ganz der Alte, mit seiner Routine macht er aber viel wett. Außerdem sieht man, dass er in einer guten Form eindeutig zu den besseren Spielern gehört. Das Match war auch allgemein auf einem guten Niveau.


Bei der Niederlage am Donnerstag gegen Arnaud Clement war ich mit meiner Leistung weniger zufrieden. Der schnelle Belag in Auckland kommt ihm sehr entgegen - heute zog er schon ins Endspiel ein. Trotzdem hatte ich meine Chancen. Im 2. Satz habe ich sogar auf den Satzgewinn serviert, dann aber ein dummes Break bekommen. Im Großen und Ganzen war Clement an diesem Tag aber auch der bessere Spieler.


Nach dem Aus in Auckland bin ich noch am Donnerstag Abend nach Melbourne geflogen und habe am Freitag bereits meine ersten Trainingseinheiten absolviert. Am Samstag und Sonntag spiele ich noch jeweils zwei Sparring-Sessions. Am Samstag mit Bellucci und Fognini, am Sonntag mit Kohlschreiber und Kubot.


Aufgrund meiner späten Anreise waren nicht mehr viele Spieler frei. Ich habe versucht, Rechtshänder zu bekommen mit denen man auch spielen kann und keine Aufschlag-Volley-Spezialisten. Eben genau solche Typen, wie es auch ein Serra ist.


Ich fühle mich hier jedenfalls sehr wohl und freu mich schon auf meinen ersten Auftritt!


"Keep your fingers crossed"


Euer Jürgen
Quelle: Laola1.at