Drei bein-harte Tage.

Freunde von meinen Eltern haben mich gestern nach Wien mitgenommen, sechs Stunden im Auto von Umag rauf. Heute hab ich noch Pause, schau am Nachmittag meinem Herrn Nachbarn genau auf die Finger: Raimund Hedl empfängt mit seinen Rapidlern ja die Salzburger.


Ab Montag wartet der Konditions-Feinschliffblock auf mich. Das werden vor der Abreise nach Amerika am Donnerstag noch drei sehr harte Tage, in denen vor allem die Beine einiges zu tun kriegen. Man muss, wenn man von einer langen Sandplatz-Phase auf Hartplatz wechselt, ja seine Beinarbeit umstellen. Man stellt um von einem Hinrutschen-und-Schlagen auf ein Hinlaufen-Stehenbleiben-und-Schlagen.


Das verlangt sehr viel Stabilität in den Beinen, und die muss man speziell trainieren. Einbeinige Kniebeugen, seitliche Ausfallschritte mit Extragewicht und solche Sachen - anstrengend, hart - vor allem für die Muskulatur im Hintern! - aber wahnsinnig wichtig. Wenn ich einen einzelnen Aspekt an meinem Spiel hervorheben müsste, von dem ich glaube, dass ich ihn am meisten verbessert habe, dann ist es die Beinarbeit. Noch genauer: Die Stabilität und Ruhe, die ich beim Schlag habe. Eh klar: Wer stabiler und kontrollierter beim Schlag steht, schlägt den Ball sicherer und kontrollierter.


Wir haben mit der Arbeit an diesen Umstellungen schon diese Woche in Umag ein bisschen angefangen, weil das Wetter so mies war und man auf Hardcourt natürlich auch bei schlechtem Wetter besser was machen kann als auf Sand.


Das hat dann am Freitag zunächst einmal am Vormittag zu einer wirklich unglaublichen Partie geführt: Das Match gegen Jan Hajek war unmenschlich, da hat's nur eingeschlagen rechts und links - einfach nur ein Lauf. Am Abend gegen den Andreas Seppi war der Lauf dann vorbei, da waren die Beine dann schon ein wenig schwer. Außerdem hat er wirklich gut gespielt - so kommt dann so ein Ergebnis zustande.


Aus Kitz hab ich gehört, dass Gerald leider verloren hat - aber das kann man ihm nicht übel nehmen. Wer einmal die Umstellung von Umag, von einem der langsamsten Turniere im Jahr, auf Kitzbühel gemacht hat, der weiß, dass das eine übung ist, um die man keinen Tennisspieler beneiden muss.


Die Auslosung der Österreicher für Kitzbühel hab ich mir angeschaut - und auf das Ergebnis von Thomas Muster bin ich natürlich genauso gespannt wie alle anderen. Meine Meinung? Wenn Tom viel über die Vorhand von Brown spielt, ihn vor allem viel mit der Vorhand retournieren lässt, dann hat er eine gute Chance, seine Aufschlagspiele zu halten. Und dann könnte ich mir durchaus vorstellen, dass sich Brown da oben in der Höhenlage ein bissl verschießt - unter uns gesagt: Ich möchte eine Sensation nicht ganz ausschließen.


Pech bei der Auslosung hatte Martin Fischer. Dass ich gegen Hajek so glatt gewonnen habe, bedeutet wie gesagt nicht viel - das war eine kleine Sternstunde von mir in Umag. Das ist ein Gegner, der vor allem dann sehr unangenehm werden kann, wenn man ihn nicht die ganze Zeit unter Druck halten kann.


*five freeze*


JM
Quelle: www.tennisnet.com