Ich hab's also doch noch nicht verlernt ;-)

Montag, 6. September


Ich hab's also doch
nicht verlernt ;-) 


Ich hab gestern schon beim Einschlagen gemerkt: Es geht was. Obwohl es schon sehr windig war, habe ich den Ball richtig gut auf dem Schläger gehabt, hab ihn richtig durch den Wind durchschlagen können, hab mich sehr gut gefühlt.


Über die Partie war heute ohnehin schon sehr viel zu lesen, daher nur in aller Kürze: Nach der einen oder anderen brenzligen Situation zu Beginn war es eine Super-Partie, eine wirklich sehr gute Leistung. Gar kein Vergleich mit den ersten beiden Partien hier. Natürlich bin ich jetzt vor allem einmal erleichtert - ich hab's also doch nicht verlernt. ;)


Wieso ist es auf einmal so viel besser gelaufen? Ganz genau weiß man das nie - aber erstens glaube ich, dass ich die richtige Einstellung gefunden habe. Es war ja manches in meinem Spiel schon davor nicht schlecht, und auf diese positiven Seiten habe ich mich konzentriert, das Negative kurz einmal ausgeblendet. Und zweitens haben wir am Aufschlag eine Kleinigkeit geändert, die sich schon positiv bemerkbar gemacht hat.


Was ich gestern gegen Ferrero gespielt habe, war insgesamt so gut, dass ich mir die morgige Partie gegen Federer mit dieser Leistung schon anschauen würde. Man kann sowas natürlich nicht 1:1 vergleichen, weil Federer und Ferrero nicht miteinander zu vergleichen sind, aber vom Gefühl her bin ich jetzt ready für Roger.


Über die Favoritenrolle brauchen wir nicht lange nachdenken: Jemand, der bei einem Turnier eine Bilanz von 54:5 Siegen hat und seit 2004 genau ein Match verloren hat - im Vorjahr das Finale gegen del Potro - der kommt mit den Verhältnissen hier offenbar nicht so schlecht zurecht. ;)


Ich hab Roger auch zwischendurch immer wieder gegen Mathieu beobachtet. Man sieht, wie gut er derzeit drauf ist. Aber dennoch gehe ich anders in die Partie gegen ihn als in Wimbledon. Ich hab dort wichtige Erfahrungen gemacht. Ich weiß, was mich morgen erwartet - auch wenn es mein erstes Achtelfinale bei den US Open ist und mein erstes Match auf dem Arthur Ashe, im größten Tennisstadion der Welt.


In Wimbledon war ich vor allem ein bisschen überrascht vom Tempo der Bälle von Roger, und davon, dass er aus gewissen Lagen doch noch Schläge rauszaubert, mit denen man nicht rechnet. Ich werde morgen also mit allem rechnen, womit man normalerweise nicht rechnet, ich werde versuchen, Spaß zu haben und ich werde vor allem eines nicht probieren: ein Überdrüber-Match zu spielen. Weil sowas geht garantiert schief.


Ich sage mal: Ich habe eine 30:70-Chance


Quelle: tennisnet.com